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Die Ärzte gründen sich 1982 in Berlin in der Spätphase der NDW. Eigentlich sind die Ärzte ein Duo, nämlich Farin Urlaub (aka Jan Vetter; voc, g) und Bela B. (aka Dirk Felsenheimer; voc, dr) mit wechselnder Besetzung am Bass. Seit 1993 zählt allerdings der ehemalige 'Rainbirds' Gitarrist und momentane Bassist Rodrigo Gonzáles als vollwertiges Mitglied. Im Gegen- satz zu anderen Bands überleben die Ärzte das große Bandsterben während der Endphase der NDW. Das liegt zum Teil daran, dass sich die Ärzte nie als Teil der NDW verstanden haben und mit ihrem humorvollen Funpunk auch nicht in die musiklaische Schublade von Hubert Kah und Konsorten passen. Einen riesigen Karrieresprung macht die Band, als ihre dritte LP "Die Ärzte" (1986) dank des Songs "Claudia" auf den Index für jugendgefährdende Schriften kommt. Das heizt das Publikumsinteresse zusätzlich an. Die Band trägt die Vokabel indiziert fortan als Markenzeichen und füllt trotz Radioabstinenz die größten Hallen. Auf der Höhe ihres Ruhms ist aber plötzlich Schluss. Die Gruppe verabschiedet sich 1988 mit dem Triple-Livealbum "Nach uns die Sintflut", das prompt die Nr. 1 der LP-Charts wird. Die Band feierte die Selbstauflösung als einzig wahren Schritt gegen Ausverkauf und Kommerzialisierung.

Nachdem die Soloaktivitäten von Felsenheimer ('Depp Jones') und Vetter aber ziemlich erfolglos verlaufen, haben die zwei keine Probleme, sich 1993 mit großem Getöse zu reformieren und noch erfolgreicher zu werden. Songs wie "Schrei nach Liebe", "Ein Song namens Schunder" und das unvergleichliche "Männer sind Schweine" (Platz 1, 1998) markieren den unaufhaltsamen Aufstieg der Band zum Verkaufsschlager. Mittlerweile kann es sich die Band sogar leisten, so obskure Singles wie "Goldenes Handwerk" rauszubringen. Selbst der Soloausflug von Farin Urlaub im Jahr 2001 "Endlich Urlaub!" gerät zum Erfolg, auch wenn (oder gerade deshalb..?) die Platte wie eine Ärzte-LP klingt.

Der Ärzte-Boom scheint in den letzten Jahren, trotz erfolgreicher Platten von Farin Urlaub und Bela B., ungebrochen. Nach "13" (1998), "Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!" (2000), "Geräusch" (2003) ist es keine Frage, wo die liebevoll und aufwändig gestaltete "Bäst Of" (2006) in den Charts landet: natürlich auf der Eins!




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